| 18.07.2011 |
Eine verschworene Gemeinschaft |
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Dem Herrenteam der SpVgg Hainsacker gelingt der Aufstieg in die
Regionalliga. Nächste Saison ist der Klassenerhalt das Ziel.
Das letzte Tennismatch der SpVgg Hainsacker gegen TC Rot-Weiß Cham war
nervenaufreibend. Nur ein Sieg konnte helfen. Das Ziel vor Augen: Der
Aufstieg in die Regionalliga.
"Bei einer Niederlage hätte uns Bamberg überholt", sagte Teammanager Hans Geldhäuser und wischt sich im Nachhinein eine imaginäre Schweißperle von der Stirn. Nervös sei er gewesen, angespannt. Die Spieler hätten ihn beruhigen müssen und nicht umgekehrt, meinte er. Viele Zuschauer, volle Tribüne, TV und Pressepräsenz. Es geht um viel, es geht um die dritthöchste Liga in Deutschland. Und es gab ein Happy End. 6:3 hieß es am Ende für Hainsacker und damit war der Aufstieg in die Regionalliga in trockenen Tüchern.
Die erste Tennismannschaft der SpVgg Hainsacker als Tennismacht in der Region zu bezeichnen, wäre ein wenig vermessen. Und doch sind die jungen Spieler dort angekommen, wo sie hinwollten und wo sie nach ihrer Meinung nach auch hingehören. Der Blick auf der Tabelle bestätigt das: Souveräner Platz ganz oben und ohne Punktverlust. Sieht nach Durchmarsch aus, war es aber nicht. "Das war so gar nicht zu erwarten, da gehört auch eine gute Portion Glück dazu und das hatten wir", sagt H.G., die gute Seele der Mannschaft. Dass er zudem auch noch Sportwart beim SpVgg Hainsacker ist, erwähnt er nur nebenbei.
Große Töne sind nicht so sein Ding. Dass seine Jungs aufgestiegen sind, freut ihn wie den berühmten Schneekönig, "vor allem, wenn man bedenkt, dass wir gegen so großartige Mannschaften wie Bamberg oder Nürnberg bestehen konnten und der TC Amberg ist ja auch kein Unbekannter".Dabei waren es ganz knappe Entscheidungen, betont H.G., auf die Tagesform kam es an. Eine Bescheidenheit, bei der ein guter Ton Selbstbewusstsein mitschwingt. Er weiß, dass seine Jungs gut sind. Bis auf wenige Ausnahmen Collegespieler in den USA, wie der Regensburger Benedikt Lindheim, der in der aktuellen US-Rangliste Platz 97 unter den 125 besten Spielern in der ersten Liga einnimmt. Oder Tobias Scheil, der als sehr großes Talent gilt. Der Weg der Mannschaft liest sich wie eine Erfolgsstory aus dem Märchen. 2003 noch Meister in der Bezirksklasse und sieben Jahre später ganz oben in der Bayernliga Nord. "Das ist ein gewachsener Erfolg, nicht mit Geld erkauft, sondern von Amateurspielern erkämpft, die ehrgeizig und mit Spaß bei der Sache sind", erklärt H.Geldhäuser. Das größte Pfund, mit dem man wuchern könne, sei die große Kameradschaft. Seit vier Jahren spielt sich das Team als verschworene Gemeinschaft nach oben, vier Jahre in denen Freundschaften entstehen. "Sie verstehen sich prächtig untereinander, das ist sicherlich ein guter Teil unseres Erfolges." So präsentiert sich auch die Tennisabteilung der SpVgg Hainsacker. "Wir sind keine elitäre Gemeinschaft, wir sehen uns eher als Familienclub." Fünf Plätze, keine eigene Halle aber mit Herzblut und Engagement von Abteilungsleiter Gerald Bischof geführt. Für die neue Liga planne man noch nicht, meint der Teammanager. "Und die Brötchen backen wir auch etwas kleiner". Will heißen: "Es spielen dort so viele erstklassische Mannschaften, wir rechnen uns erstmal nur wenig aus. Ein Klassenerhalt wäre schon eine tolle Geschichte." Eine realistische Einschätzung, aber mit einer guten Portion Optimismus, denn der Start im Juli im nächsten Jahr trifft genau auf die Semesterferien in den USA. "Wir können also in Bestbesetzung beginnen." Eine hoch motivierte Truppe, die allerdings mit kleinen Startschwierigkeiten rechnet. "Meine Spieler sind es gewohnt, auf Hartplatz zu spielen. Die Umstellung auf Asche wird wohl einige Zeit dauern." Trotz aller Freude auf die nächste Saison in der Regionalliga bleibt die SpVgg Hainsacker auf dem Boden, der mit Respekt belegt ist. "Wir sind nicht so vermessen, dass wir uns mit Traditionsvereinen wie TC Rot-Blau Regensburg vergleichen können." Einen Trainer hat die Mannschaft im Übrigen nicht. "Vieles konnte Peter Baumann bewirken, der bis 2004 die Mannschaft führte. Seitdem coached sich die Mannschaft selber und das sehr erfolgreich. "Ich für meinen teil sorge dafür, dass das Umfeld passt, die Spieler sich wohl fühlen und rechtzeitig auf dem Platz stehen." und das wird er im nächsten Jahr auch wieder tun, wenn die Jungs in Blau den gelben Ball wieder übers Netz schlagen. Dann aber in der Regionalliga Süd-Ost. Quelle: Ralf Strasser, MZ
Letzte Änderung: 27.07.2011, 16:02 Uhr
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