Förderung des Tennisnachwuchses erforderlich

Früh übt sich, wer ein großer Tennisstar werden will. Diese Weisheit trifft auf die heutigen Verhältnisse nur bedingt zu. Zwar ist ein langfristiges Konzept bei der Förderung des Tennisnachwuchses notwendig, einen Vierjährigen jedoch schon mit einem Tennisschläger auf den Platz zu stellen, ist jedoch alles andere als zielführend. Strebt man einen langfristigen Leistungsaufbau vom Kindes- bis zum frühen Erwachsenenalter an, muss man klein beginnen und das Training stufenweise um immer neue Facetten erweitern. Schon in frühster Kindheit seinen Filius mit dem neusten Tennisequipment zu versorgen, ist demnach nicht notwendig. Gerade in jungen Jahren, also zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr, muss dem Kind eine allgemeine und vielseitige Grundausbildung zu Teil werden, die sechs Stunden in der Woche keinesfalls überschreiten sollte. Unspezifische und vielseitige Spielformen schulen beim Heranwachsenden komplexe Bewegungsformen.
Außerdem trainieren sie Schnelligkeit und Koordination. Auf Technikschulung, etwa das Durchschwingen einer sauberen Vorhand, kann getrost verzichtet werden. Das Hinführen zur Tennis-Grundform steht da schon eher auf der Agenda. Erst das Aufbautraining, das idealtypisch ab dem neunten Lebensjahr folgt, bringt dem Lernenden die spezifische Technik der Sportart näher. In diesen Lebensjahren ist das Kind sehr lernfähig und motiviert. Die entscheidenden Grundlagen werden in dieser Phase gelegt. Ausdauerübungen und gezielter Muskelaufbau ergänzen die anschließenden Phasen bis zum Hochleistungstraining, das ab dem 16. Lebensjahr folgt. Speziell die mentalen Komponenten des „weißen Sports“ kommen in dieser Phase noch hinzu und machen den entscheidenden Unterschied zwischen Hobbysportler und Athlet aus. Falls das eigene Kind schon vorher die Lust am Sport verliert, sollte man es nicht zum Weitermachen zwingen. Motivation ist gerade beim Hochleistungssport eine wichtige Voraussetzung.